Gelassenheit gelingt mir nicht immer

An manchen Tagen gelingt mir Gelassenheit. An anderen so gar nicht.

Manchmal bin ich die Ruhe selbst, manchmal nicht.

Geht es Dir auch so?

Gerade an diesen anstrengenden, stressigen Tagen, an denen mich vieles aus der Ruhe bringt, wünsche ich mir Gelassenheit.

Ich kann viele Gründe finden, warum ich an bestimmten Tagen schneller aus der Ruhe komme: meinen Hormonspiegel, mein Schlafdefizit, zu viele Aufgaben und Termine.

Natürlich kann auch mein Umfeld, meine Familie eine große Rolle bei meiner persönlichen Gelassenheitsbilanz spielen. Sind alle ganz ausgeglichen und entspannt, bin ich auch automatisch viel ausgeglichener und entspannter.

Wer kleine Kinder hat, weiß wie schnell sich das drehen kann. Ein falsches Wort oder eine falsche Handlung und schnell kann die Stimmung kippen.

Und Stimmungen stehen oft in Wechselbeziehung und bedingen sich gegenseitig. Ich kann allerdings nicht von meinen Kindern erwarten, dass sie sich und ihr Stimmungen beherrschen.

Gelassenheit liegt in meiner Verantwortung

Ich kann jedoch für mein Verhalten die Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass ich der Ruhepol bzw. die Gelassenheitsinsel im Trubel bin. Darüber habe ich in meinem Artikel „Gelassen und ruhig bleiben – meine wirkungsvollste Methoden bei Stress“ geschrieben.

Seitdem ich mir regelmäßig Zeit für mich und bewusste Entspannungsmomente nehme, sind die Stressmomente in meinem Leben deutlich weniger geworden. Naja, die stressigen Momente sind schon noch da. Aber meine Einstellung dazu und mein Umgang mit ihnen haben sich geändert.

Was ich seit längerem regelmäßig und bewusst praktiziere ist Yoga, Achtsamkeit im Alltag, geführte und stille Meditationen, Aufenthalte in der Natur und mäßige Bewegung.

Und ich merke, dass ich deutlich gelassener und Stress resistenter bin. Eine Kombination aus diesen Methoden nach Lust und Laune in den Tag integriert ist ideal für mich.

Was ist Deine Lieblings-Gelassenheits-Methode?

Jeder kann lernen gelassener zu sein.

Probiere einfach selbst aus, ob Dir Achtsamkeit, bewusstes Atmen, Meditation, Natur und mäßige Bewegung gut tun und helfen gelassener zu bleiben.

Bei allen Techniken ist es wichtig, zum einen damit anzufangen und zum anderen wirklich dran zu bleiben. Denn erst das regelmäßige Training hat einen Effekt auf die stressige Situation.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, es lohnt sich.

Wenn Dir das Einüben dieser Methoden zu lange dauert und zu aufwendig ist, dann habe ich noch meine effektivste und schnellste Methode.

Das ist mein ganz persönlicher Gelassenheitsanker.

Meine letzte Rettung, um nicht in mein altes Muster von Stress zurück zu fallen.

Mein Joker, der mich sofort auf Knopfdruck gelassen macht.

Der morgens vorm Kindergarten mit meinen Kindern und auch in allen anderen Stress-Situationen funktioniert.

Jeder hat seinen persönlichen Gelassenheitsanker. Auch Du. Die meisten sind sich allerdings nicht darüber bewusst, dass sie diesen haben und dass sie ihn einsetzen können, wenn sie es wollen.

Wann bist Du besonders gelassen?

Ich bin besonders gelassen im Urlaub, wenn ich einfach so in den Tag leben kann. Auch wenn ich das mache, was mir Spaß macht. Wenn ich mich einfach meinem Flow hingeben kann.

Diese Gelassenheitsmomente hat jeder, Du kennst sie auch.

Nimm Dir einen Moment Zeit und stell Dir vor, wann Du das letzte Mal gelassen warst. So richtig gelassen. Denk Dich so richtig in diese Situation rein. Bleib ein bis zwei Minuten darin und erlebe Deine Gelassenheit so intensiv wie möglich. Nimm wahr wie Du Dich dabei fühlst. Was siehst Du, was hörst Du?

Wenn Du soweit bist, kommst Du wieder in die Gegenwart zurück.

Was ist passiert?

Du hast einen Zustand, den Du in der Vergangenheit hattest; wieder aktiviert. Du hast ihn real erlebt und gefühlt als wäre er aktuell.

Und Du selbst hast Deinen Zustand beeinflusst. Du hast nicht reagiert auf etwas, was draußen passiert. Du allein hast entscheiden, jetzt gelassen zu sein und hast Dich in dieses Erleben hineinversetzt.

Wir ändern unsere Zustände sehr oft. Meist unbewusst und selten so bewusst wie gerade. Emotionale Zustände können von internen und externen Faktoren ausgelöst werden. Und sie haben einen machtvollen Einfluss auf unser Denken und Handeln und auch auf unseren Körper.

Wie kannst Du den Zustand Gelassenheit verfügbar und abrufbar machen?

Möchtest Du Gelassenheit quasi auf Knopfdruck einschalten können?

Dann brauchst Du einen sogenannten Anker. Einen Stimulus, der mit dem Zustand Gelassenheit verbunden ist und ihn auslöst.

Wie alle kennen in unserem Leben sehr viele Anker. Zum Beispiel die rote Ampel ist ein Anker für „Stop“, Kopfnicken ein Anker für „Ja“, unsere Lieblingsmusik ist ein Anker für gute Laune und bestimmte Gerüche können Anker für bestimmte Personen sein.

Ein Anker ist also alles, was einen emotionalen Zustand auslöst. Viele Anker nehmen wir gar nicht bewusst wahr.

Wie werden diese Anker geschaffen?

Es gibt 2 Möglichkeiten Anker zu schaffen.

Die eine Option ist Wiederholung. Sage Deinem Kind immer wieder an der roten Ampel, dass es stoppen soll. Dann hat es nach ein paar Wiederholungen gelernt, dass eine rote Ampel der Anker für „Stop“ ist.

Anker können auch in einem einzigen Moment gesetzt werden, wenn sie mit starken Gefühlen verbunden sind. Ich habe zum Beispiel in meiner Jugend ganz verliebt mit einem Jungen zu einem bestimmten Lied getanzt. Selbst wenn ich dieses Lied heute höre, bin ich in einem ähnlichen Zustand wie vor über 20 Jahren.

Soweit das Grundprinzip des Ankerns.

Jetzt geht es zur praktischen Anwendung.

So ankerst Du Gelassenheit auf Knopfdruck

Am besten triffst Du Dich mit einer Freundin, die Dich durch diese Schritte begleitet.

Mache es Dir bequem und wähle eine Situation in Deinem Leben, in der Du besonders gelassen warst.

Beschreibe die Situation. In welcher Umgebung warst Du, was hast Du gesehen, gehört, gerochen? Wie hast Du Dich gefühlt. Wo in Deinem Körper hast Du Gelassenheit gespürt?

Gehe ganz in diese Gelassenheitsgefühl und erlebe es, mache es groß in Dir. Schau Dir die Bilder an, lausche den Klängen.

Such Dir noch zwei, drei weitere Situationen, in denen Du gelassen warst und spüre in sie rein. Erlebe sie nochmal.

In welcher Situation war Deine Gelassenheit am stärksten?

Wähle diesen Moment aus und erlebe ihn nochmal ganz intensiv. Wo warst Du? Hast Du gestanden, gesessen oder gelegen? Erlebe die Gefühle, sieh Dir die Bilder an, höre die Stimmen oder Klänge, rieche, schmecke. Wie hast Du geatmet?

Wenn Du Deinen Gelassenheits-Moment abrufbereit hast, wähle eine bestimmte Handstellung als Anker aus, zum Beispiel Zeigefinger und kleinen Finger zusammendrücken. Wähle einen Anker, der einzigartig ist und nicht ständig auftritt, so dass er nicht mit anderen Zuständen vermischt wird. Benutze zum Beispiel keine betenden Hände, wenn Du diese beim Beten einsetzt. Am besten suchst Du eine einzigartige und dezente Handstellung, die Du unauffällig immer wenn Du gelassen sein willst, einsetzt.

Wähle auch ein Wort aus als sogenannten auditiven Anker. Zum Beispiel kannst Du Dir innerlich Gelassenheit sagen.

Suche Dir auch ein Bild aus als visuellen Anker. Wenn Du am Strand besonders gelassen warst, dann bietet sich das Bild vom Strand als visueller Anker an.

Jetzt hast Du eine Geste ausgesucht, ein Wort und ein Bild.

Gehe wieder in den Zustand der Gelassenheit. Nimm Dir Zeit dieses Gefühl zu genießen und so intensiv wie möglich wieder zu erleben.

Kurz bevor Du das Gefühl am intensivsten spürst, mache Deine Handbewegung, sage Dir innerlich Dein Wort und habe das Bild vor Augen (alles gleichzeitig). So verknüpfst Du Gelassenheit mit Deiner Geste, Deinem Wort und Deinem Bild. Ganz wichtig ist, Deine Anker mit Deinem Zustand kurz vor dem gefühlten Höhepunkt der Gelassenheit zu verknüpfen.

Dann gehe aus dem Gefühl, aus der Situation heraus. Dreh Dich, schüttel Dich, lenk Dich ab.

Teste Deinen Anker und übe

Teste Deine Anker. Also benutze Deine Geste, Dein Wort und Dein Bild so wie vorhin und achte darauf, ob Du gelassen wirst. Wenn Du mit dem Maß der Gelassenheit nicht zufrieden bist, dann wiederhole das Ankern nochmal. Solange bis Du beim Auslösen Deiner Anker so gelassen bist wie Du es Dir wünschst.

Verbinde Dich immer wieder mit dieser Gelassenheit. Übe erst für Dich, in aller Ruhe. Dann verbinde Dich mit Deiner Gelassenheit auch in Situationen, in denen Du mit anderen zusammen bist. Wenn Du es gut für Dich geübt hast, wird es keinem auffallen 😉

Übe jeden Tag, mehrfach, immer in anderen Situationen. Mache Deine Geste, sprich Dein Wort und sieh Dein Bild und sei gelassen.

Und dann übe es in stressigen Situationen, in denen Du bisher nicht gelassen geblieben bist. Komme in den Zustand der Gelassenheit, indem Du Deine Anker auslöst (Geste, Wort & Bild).

Die Wissenschaft geht davon aus, dass nach etwa 30 Wiederholungen eine neue Verhaltensweise zur Gewohnheit geworden ist. Also übe, übe, übe und Du wirst Gelassenheit auf Knopfdruck zur Verfügung haben.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen und viel Gelassenheit.

Denn Gelassenheit bringt Dir Handlungsfähigkeit. Die Handlungsfähigkeit, die Dir Deine Emotionen sonst nehmen.

Mein Angebot für Dich: Gelassenheit auf Knopfdruck Coaching

Wenn es bei Dir nicht klappt oder Du Unterstützung möchtest, um Deine Gelassenheit auf Knopfdruck zu erreichen, dann melde Dich gerne bei mir.

Ich biete ein Gelassenheit auf Knopfdruck Coaching an. Zwei Coachingstunden, die wir nur Deiner Gelassenheit widmen. Ich helfe Dir, Deine Gelassenheit zu ankern. Wir prüfen gemeinsam ob vielleicht noch weitere für Dich nicht erkennbare Anker oder andere Themen Deiner Gelassenheit im Wege stehen. Und wir schauen, ob vielleicht ein anderer Zustand für Dich und Deine Situation hilfreicher ist.

Schreibe mir einfach eine Mail an Petra@Prosoparis.de und wir machen einen Termin aus. Wir können unser Coaching gerne über Skype, per Telefon oder in meinen Räumlichkeiten in Ahlen machen.

Jeder kann Gelassenheit auf Knopfdruck erreichen – auch Du.

 

Eine gelassene Zeit und herzliche Grüße

Petra

 

 

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